Änderungen bzgl. der Aktivierungs- und Vermittlungsgutscheine

Zertifizierungspflicht für private Arbeitsvermittler ab 2013!

Das "Gesetz zur Verbesserung der Eingliederungschancen am Arbeitsmarkt" wurde am 27. Dezember 2011 verabschiedet. Der bis zum 31. März 2012 befristete Vermittlungsgutschein wird entfristet und nicht wie bisher jährlich neu verlängert.
Die Neuregelungen ab dem 01.04.2012 sind im Wesentlichen:

  • der Vermittlungsgutschein heißt jetzt Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein
  • Bezieher von Arbeitslosengeld I können nach dem Ermessen der Arbeitsagentur den Vermittlungsgutschein ab dem ersten Tag der Arbeitslosenmeldung erhalten. Nach 6 Wochen Arbeitslosigkeit und Leistungsbezug haben ALG-I-Empfänger in der Regel einen Rechtsanspruch auf den Vermittlungsgutschein. (§ 45 Abs. 2 SGB II)
  • Bezieher von Arbeitslosengeld II (Hartz IV) können nach dem Ermessen des Jobcenters / der Optionskommune den Vermittlungsgutschein ohne Wartezeit erhalten. (§45 Abs. 4 SBG II) Ein Rechtsanspruch besteht nicht.
  • Nichtleistungsbezieher erhalten erstmals den Vermittlungsgutschein, dieser wird wie für Hartz-IV-Empfänger nach dem Ermessen des Leistungsträgers ausgestellt.( § 45)
  • für besondere Langzeitarbeitslose oder Jugendliche unter 25 Jahren dürfen betriebliche Trainingsmaßnahmen auch bis zu 12 Wochen dauern (§ 16 Abs. 3 SGB II n.F.).


Der neue AVGS in aller Kürze:


Das Gesetz differenziert die Begriffe Aktivierungsgutschein und Vermittlungsgutschein nicht, sondern spricht einheitlich nur vom Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein, der die Förderung von z.B. Bewerbertrainings oder anderen Maßnahmen ermöglicht, wenn die Maßnahme unter anderem der beruflichen Eingliederung, der Beseitigung von Vermittlungshemmnissen oder der Vermittlung in eine versicherungspflichtige Beschäftigung (§ 45 Abs. 1 SGB III n.F.) dient. Der Gutschein funktioniert aber abhängig von der angebotenen Arbeitsmarkt-Dienstleistung auch wie der alte Vermittlungsgutschein.


Die Voraussetzungen bleiben fast dieselben:


Das bedeutet, dass Arbeitslose, die einen Anspruch auf Arbeitslosengeld I haben, und nach einer Arbeitslosigkeit von sechs Wochen innerhalb einer Frist von drei Monaten noch nicht vermittelt sind, in der Regel einen Rechtsanspruch auf einen Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein haben. Während der ersten sechs Wochen der Arbeitslosigkeit dagegen hat der Arbeitsuchende zwar keinen Anspruch auf Ausstellung des AVGS, er kann jedoch geltend machen, dass die Arbeitsagentur ihr individuelles Ermessen ausübt. Diese kann sofern die Erteilung eines Gutscheins als sinnvoll erachtet wird, bereits während der ersten sechs Wochen der Arbeitslosigkeit einen Gutschein erteilen.

Es empfiehlt sich, seinen PAP (persönlichen Ansprechpartner) freundlich darauf hinzuweisen, dass er durchaus das Recht hat, einen solchen Gutschein auch vor Ablauf der sechs Wochen auszustellen, wenn es bspw. einer schnelleren Einstellung dient.


Worauf Sie als Bewerber bei Ihrem AVGS achten müssen finden Sie hier



(alle Angaben ohne Gewähr)